Veganer Fontina: Zutaten und Herstellung

Veganer Fontina bietet eine köstliche pflanzliche Alternative zu herkömmlichem Fontina-Käse. Mit Cashews, Hefeflocken und Miso entsteht ein cremiger Käse, der ideal für Pizza, Sandwiches oder Aufläufe ist. Er ist laktosefrei, cholesterinfrei und umweltschonender als die milchbasierte Variante. Die Herstellung erfordert Zutaten wie Kokosnussöl, Tapiokastärke und Natriumcitrat, die in Deutschland leicht erhältlich sind.
Wichtige Fakten:
- Zutaten: Cashews, Hefeflocken, weißes Miso, Tapiokastärke, Agar-Agar, Natriumcitrat, Kokosnussöl.
- Zubereitung: Cashews einweichen, mixen, kochen, formen und kühlen.
- Lagerung: Im Kühlschrank bis zu 1 Woche haltbar.
- Vorteile: Keine Milch, weniger CO₂-Emissionen, geeignet für Veganer und Menschen mit Allergien.
Veganer Fontina ist eine schmackhafte Option für alle, die auf tierische Produkte verzichten möchten, ohne auf Genuss zu verzichten.
Die wichtigsten Zutaten für veganen Fontina
Pflanzliche Grundzutaten
Um veganen Fontina mit einer schmelzenden und dehnbaren Konsistenz herzustellen, braucht es einige entscheidende Zutaten. Kokosnussöl ist ein wichtiger Bestandteil, da es dem Käse seine cremige Textur verleiht. Ein weiteres Schlüsselelement sind modifizierte Kartoffelstärken. Eine besondere Mischung namens CheeseMaker CF66, entwickelt von der dänischen Genossenschaft KMC, ermöglicht es, veganen Käse mit einer Dehnbarkeit von bis zu 20 Zentimetern herzustellen. Ken Gregersen, Produktmanager bei KMC, beschreibt die Herausforderung:
"Das gewünschte Schmelzverhalten in pflanzlichen Käse zu bekommen ist kein Problem. Aber sowohl Dehnbarkeit mit einer zufriedenstellenden Textur als auch Schmelzen zu erreichen, ist einzigartig".
Diese Innovation wurde im Dezember 2024 auf der Food Ingredients Europe in Deutschland vorgestellt und erreichte das Finale der FI Innovation Awards 2024. Neben der Basis spielen auch geschmacksgebende Zutaten eine wichtige Rolle, um den typischen Fontina-Geschmack zu erzeugen.
Geschmacksbildende Zutaten
Für den charakteristischen Geschmack sorgen Hefeflocken, die eine umami-reiche Note hinzufügen, und weißes Miso, das dem Käse Tiefe gibt. Natriumcitrat ist ein unverzichtbarer Emulgator, der dafür sorgt, dass der Käse beim Erhitzen gleichmäßig schmilzt und eine glatte Konsistenz behält.
Zutaten in Deutschland finden
Viele der benötigten Zutaten für veganen Fontina sind in Deutschland leicht zugänglich. Bio-Supermärkte wie Alnatura, denn's Biomarkt oder Basic bieten eine Vielzahl von Grundzutaten an. In Reformhäusern finden Sie oft spezielle Produkte wie weißes Miso, Natriumcitrat und hochwertiges Kokosnussöl. Auch große Supermarktketten wie Rewe, Edeka oder Kaufland erweitern kontinuierlich ihr Angebot an veganen Produkten. Für eine noch größere Auswahl können spezialisierte Online-Shops eine gute Option sein. Beachten Sie jedoch, dass fortschrittliche Produkte wie die modifizierten Kartoffelstärken des CheeseMaker CF66 derzeit hauptsächlich für industrielle Anwendungen gedacht sind.
So stellen Sie veganen Fontina her
Zutaten vorbereiten
Der erste Schritt zur Herstellung von veganem Fontina beginnt mit einer Cashew-Basis. Weichen Sie dafür 200 g rohe Cashews mindestens vier Stunden in kaltem Wasser ein. Das macht die Nüsse weich und sorgt später für eine cremige Konsistenz. Nach dem Einweichen spülen Sie die Cashews gründlich ab und geben sie in einen Hochleistungsmixer.
Nun kommen die weiteren Zutaten hinzu: 400 ml lauwarmes Wasser, 3 Esslöffel Hefeflocken, 2 Teelöffel weißes Miso, 2 Esslöffel Tapiokastärke und 1 Teelöffel Agar-Agar-Pulver. Mixen Sie alles auf höchster Stufe, bis eine glatte und cremige Masse entsteht.
Für die perfekte Schmelzeigenschaft bereiten Sie separat einen halben Teelöffel Natriumcitrat vor, indem Sie es in zwei Esslöffeln warmem Wasser auflösen. Dieser Emulgator sorgt später für die typische Textur des Käses. Sobald die Mischung im Mixer fertig ist, können Sie mit dem Kochen beginnen.
Kochen und die richtige Textur erreichen
Gießen Sie die Cashew-Mischung in einen mittelgroßen Topf und erhitzen Sie sie bei mittlerer Hitze. Wichtig ist, die Masse während des gesamten Kochens ständig zu rühren, damit nichts anbrennt und die Konsistenz gleichmäßig bleibt.
Nach etwa 3 Minuten wird die Mischung sichtbar dicker. Kochen Sie sie insgesamt 5–7 Minuten. Geben Sie dann das vorbereitete Natriumcitrat und 2 Esslöffel geschmolzenes Kokosnussöl hinzu. Rühren Sie weiter, bis die Masse elastisch wird, Fäden zieht und einen schönen Glanz bekommt.
Je nach gewünschtem Käsetyp kommen verschiedene Bindemittel zum Einsatz, um die ideale Textur zu erreichen. Sobald die Mischung die richtige Konsistenz hat, ist es Zeit, sie in eine Form zu gießen.
Formen, Abkühlen und Lagerung
Gießen Sie die heiße Masse in eine mit Frischhaltefolie ausgelegte Form oder einen kleinen Behälter. Glätten Sie die Oberfläche mit einem Spatel und lassen Sie den Käse etwa 30 Minuten bei Raumtemperatur abkühlen. Danach stellen Sie ihn mindestens zwei Stunden in den Kühlschrank.
Der fertige vegane Fontina sollte eine halbweiche, glatte und butterartige Textur haben, die dem traditionellen Fontina sehr nahekommt.
Für die Lagerung wickeln Sie den Käse in Pergamentpapier und bewahren ihn im Kühlschrank auf. So bleibt er bis zu einer Woche frisch. Wenn Sie den Käse in warmen Gerichten verwenden, achten Sie darauf, ihn sparsam zu dosieren, da er sonst eine leicht stärkehaltige und klebrige Konsistenz entwickeln kann. Um die Schmelzeigenschaften zu verbessern, empfiehlt es sich, den Käse während des Kochens oder Backens abzudecken, damit der entstehende Dampf die Textur optimiert.
Vegan vs. Traditioneller Fontina
Unterschiede bei Nährstoffen und Zutaten
Traditioneller Fontina liefert pro 100 g etwa 384–393 kcal, 31–32 g Fett und 25–26 g Protein [13,15,18]. Im Gegensatz dazu enthält veganer Fontina kein Cholesterin, während die traditionelle Variante zwischen 107 und 120 mg aufweist [13,15,18]. Der Natriumgehalt von traditionellem Fontina liegt bei etwa 785–810 mg pro 100 g [13–17]. Diese Unterschiede bei den Nährwerten bilden die Grundlage für den Vergleich von Geschmack und Textur.
| Nährstoff (pro 100 g) | Traditioneller Fontina | Veganer Fontina |
|---|---|---|
| Kalorien | 384–393 kcal [13,15,18] | Variiert je nach Zutaten |
| Gesamtfett | 31–32 g [13,15,18] | Abhängig von verwendeten Ölen |
| Cholesterin | 107–120 mg [13,15,18] | 0 mg |
| Protein | 25–26 g [13,15,18] | Variiert (pflanzliche Quellen) |
| Allergene | Milch | Kann Nüsse oder Soja enthalten |
Geschmack und Textur im Vergleich
Geschmacklich und in der Textur gibt es deutliche Unterschiede: Traditioneller Fontina zeichnet sich durch eine butterweiche, halbweiche Konsistenz und einen nussigen Geschmack aus. Während der Reifung werden Milchproteine in kleinere, leichter verdauliche Moleküle zerlegt, was zu seinem komplexen Geschmacksprofil beiträgt. Veganer Fontina versucht, diese cremige Textur nachzuahmen, wobei der Geschmack stark von den verwendeten Zutaten abhängt und variieren kann.
Ökologische und ethische Vorteile
Die Herstellung von traditionellem Käse erfordert rund 10 Liter Milch pro Kilogramm, was mit einem hohen Ressourcenverbrauch verbunden ist. Veganer Fontina hingegen benötigt oft nur eine Handvoll Nüsse und andere pflanzliche Zutaten, was ihn in Deutschland zu einer umweltschonenderen Wahl macht. Da keinerlei tierische Produkte verwendet werden, unterstützt die vegane Variante eine tierleidfreie Ernährung. Zusätzlich entfällt der Cholesterinanteil, was für Menschen, die auf ihre Gesundheit achten, ein Pluspunkt ist.
Tipps und Ressourcen für Anfänger
Nachdem Sie Ihren veganen Fontina hergestellt haben, ist es wichtig, ihn richtig zu lagern und anzuwenden. Hier finden Sie praktische Hinweise, die Ihnen dabei helfen.
Wichtige Küchenausstattung für die Lagerung
Die richtige Ausstattung spielt eine entscheidende Rolle, um die Qualität und Haltbarkeit Ihres veganen Fontina zu sichern. Achten Sie besonders auf:
- Sterilisierte Glasgefäße: Vor der Nutzung sollten die Gläser durch Abkochen sterilisiert werden. So verhindern Sie, dass Bakterien oder Schimmelsporen Ihren Käse beeinträchtigen.
- Atmungsaktive Verpackungen: Verwenden Sie Wachspapier oder spezielle Verpackungen, die Luftzirkulation ermöglichen. Das reduziert die Feuchtigkeitsbildung und schützt den Käse.
- Saubere Küchenutensilien: Entnehmen Sie den Käse immer mit einem sauberen Löffel oder Messer, um eine Kontamination zu vermeiden.
Häufige Probleme und Lösungen
Selbstgemachter veganer Fontina braucht etwas Aufmerksamkeit, um in bestem Zustand zu bleiben. Hier sind einige typische Herausforderungen und wie Sie damit umgehen können:
- Schimmelbildung: Kontrollieren Sie den Käse regelmäßig während der Lagerung. Falls sich haarige, weißlich-schwarze Flecken bilden, sollte der Käse entsorgt werden. Ein weißer, flaumiger Belag nach 2–3 Wochen ist hingegen oft unbedenklich und Teil der natürlichen Reifung. Dieser kann sogar den Geschmack intensivieren.
- Optimale Lagerungstemperatur: Lagern Sie den Fontina bei 2 °C bis 4 °C im Kühlschrank. Das erhält seine Frische und Textur. Atmungsaktive Verpackungen verhindern Feuchtigkeitsstau. Möchten Sie den Käse länger aufbewahren, können Sie ihn einfrieren. Beachten Sie jedoch, dass sich die Konsistenz nach dem Auftauen leicht verändern kann.
Mehr über veganes Kochen lernen
Die Herstellung von veganem Fontina ist nur der Anfang. Wenn Sie tiefer in die Welt der pflanzenbasierten Küche eintauchen möchten, gibt es spannende Möglichkeiten, Ihre Fähigkeiten auszubauen.
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Nutzen Sie diese Ressourcen, um Ihre vegane Küche auf das nächste Level zu bringen!
Fazit
Veganer Fontina zeigt eindrucksvoll, wie vielseitig und lecker pflanzliche Käsealternativen sein können. Mit einer Kombination aus Cashews, Nährhefe und Tapiokastärke entsteht eine cremige, schmelzende Alternative, die geschmacklich und in der Textur nahe an den traditionellen Fontina heranreicht.
Zwar braucht die Zubereitung etwas Geduld, doch am Ende steht ein cholesterin- und laktosefreier Käse, perfekt für die moderne deutsche Küche. Angesichts der Tatsache, dass etwa 68 % der Weltbevölkerung laktoseintolerant sind, gewinnen solche Alternativen immer mehr an Bedeutung – nicht nur geschmacklich, sondern auch aus gesundheitlicher Sicht.
Ein kleiner Unterschied zeigt sich beim Eiweißgehalt: Während traditioneller Fontina pro Portion 5–8 g Protein liefert, kommen cashew-basierte Varianten auf etwa 3 g, wie Studien belegen. Doch abgesehen von den ernährungsphysiologischen Aspekten punkten vegane Alternativen vor allem durch ihre Umweltbilanz.
Der CO₂-Fußabdruck kann durch vegane Produkte um bis zu 73 % reduziert werden. In Deutschland spart eine vegane Ernährung im Schnitt rund zwei Tonnen Treibhausgase pro Jahr. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hebt diesen Vorteil ebenfalls hervor:
„Im Vergleich zur in Deutschland derzeit üblichen Mischkost, die einen hohen Anteil an tierischen Lebensmitteln beinhaltet, ist eine vegane Ernährung als umweltfreundlicher zu bewerten. Insbesondere aufgrund des großen Potentials zur Reduktion von Treibhausgasemissionen."
Auch die Zahlen sprechen für sich: Etwa 10 % der deutschen Bevölkerung lebt bereits fleischfrei, während 55 % sich als Flexitarier bezeichnen. Besonders in der Altersgruppe der 19- bis 29-Jährigen greifen 47 % regelmäßig zu vegetarischen oder veganen Alternativen.
Veganer Fontina vereint moderne Herstellungstechniken mit authentischem Geschmack und spiegelt den wachsenden Trend zu nachhaltiger Ernährung wider. Mit den richtigen Zutaten und ein wenig Übung entsteht eine köstliche Alternative, die in jeder Hinsicht überzeugt.
FAQs
Welche gesundheitlichen Vorteile hat veganer Fontina im Vergleich zu herkömmlichem Fontina-Käse?
Veganer Fontina bringt einige Vorteile mit sich, die ihn von herkömmlichem Fontina-Käse abheben. Da er komplett ohne tierische Zutaten auskommt, enthält er weder Cholesterin noch Laktose. Das macht ihn zu einer idealen Wahl für Menschen mit Laktoseintoleranz oder für diejenigen, die bewusst ihre Cholesterinaufnahme senken möchten.
Ein weiterer Pluspunkt: Veganer Fontina ist oft leichter verdaulich und kann eine herzfreundlichere Option darstellen. Da er keine gesättigten Fettsäuren tierischen Ursprungs enthält, könnte er helfen, das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die durch Cholesterin begünstigt werden, zu verringern.
Wie stelle ich sicher, dass mein veganer Fontina die perfekte Konsistenz und Schmelzfähigkeit hat?
Um die perfekte Konsistenz und Schmelzfähigkeit für veganen Fontina zu erreichen, kommt es auf die richtige Mischung der Zutaten an. Kartoffelstärke, Agar-Agar und Kokosöl bilden die Grundlage, da sie beim Erhitzen eine geschmeidige, elastische Textur entwickeln. Wichtig: Rühren Sie die Mischung bei niedriger Hitze kontinuierlich, um Klümpchen zu vermeiden.
Ein Spritzer Zitronensaft hilft dabei, die gewünschte Konsistenz zu erzielen. Wickeln Sie die Masse anschließend in ein sauberes Küchentuch und lassen Sie sie im Kühlschrank reifen. Dieser Schritt verbessert sowohl die Festigkeit als auch die Schmelzeigenschaften. Für optimale Ergebnisse sollte der Käse mindestens 12 Stunden ruhen, bevor er verwendet wird.
Warum ist veganer Fontina eine umweltfreundlichere Wahl als herkömmlicher Käse?
Veganer Fontina ist eine umweltfreundlichere Option, da die Herstellung pflanzlicher Käsealternativen wesentlich weniger CO₂-Emissionen verursacht. Zum Vergleich: Während die Produktion von herkömmlichem Käse durchschnittlich etwa 5,7 kg CO₂-Äquivalente pro Kilogramm ausstößt, liegt dieser Wert bei veganem Käse auf Kokosölbasis bei nur rund 2,0 kg.
Auch der Ressourcenverbrauch spricht für veganen Käse. Die Produktion erfordert weniger Wasser und Land, da keine tierische Landwirtschaft involviert ist. Das schont nicht nur die Umwelt, sondern fördert auch einen bewussteren und nachhaltigeren Lebensstil.



