Kompostieren leicht gemacht: Mit der richtigen Mischung aus Küchen- und Gartenabfällen, Belüftung und Feuchtigkeit entsteht nährstoffreicher Humus. Vermeiden Sie typische Fehler wie falsche Materialwahl oder einen ungeeigneten Standort, und profitieren Sie von natürlichem Dünger für Ihren Garten.

Schnellstart-Tipps:

  • Materialien: Kombinieren Sie 1 Teil grüne (z. B. Gemüsereste) mit 2–3 Teilen braune Materialien (z. B. trockenes Laub).
  • Standort: Halbschattig, mit guter Drainage und mindestens 5 m vom Haus entfernt.
  • Feuchtigkeit: Faustprobe: Wie ein ausgedrückter Schwamm – nicht zu nass oder trocken.
  • Temperatur: Ideal sind 50–65 °C in der Hauptphase – regelmäßig messen und umsetzen.

So gelingt's: Schichten Sie braune und grüne Materialien abwechselnd, vermeiden Sie gekochte Speisen oder kranke Pflanzen, und kontrollieren Sie regelmäßig Feuchtigkeit und Temperatur. In 8 Wochen haben Sie hochwertigen Kompost!

Den richtigen Kompostplatz wählen

Der Standort Ihres Komposts spielt eine entscheidende Rolle für den Erfolg, nachdem Sie typische Kompostierfehler vermieden haben.

Die besten Standorte für Ihren Kompost

Standortfaktor Empfehlung Grund
Sonneneinstrahlung Halbschatten Verhindert sowohl Austrocknen als auch übermäßige Feuchtigkeit.
Untergrund Wasserdurchlässig Sorgt für Drainage und erleichtert Bodenorganismen den Zugang.
Entfernung zum Haus 5–15 m Bietet einen guten Mix aus Zugänglichkeit und Abstand zu möglichen Gerüchen.
Windschutz Leicht geschützt Verhindert ein Austrocknen durch starke Winde.

Ein ebener Platz auf natürlichem Boden, idealerweise leicht erhöht, ist perfekt. Ein Standort unter laubabwerfenden Bäumen bietet im Sommer Schatten und im Winter Licht – eine ideale Kombination.

Ungeeignete Standorte vermeiden

Es gibt auch Orte, die für einen Kompost ungeeignet sind. Diese sollten Sie meiden:

  • Grundstücksgrenze: Halten Sie mindestens 0,5 m Abstand zu Nachbarn ein.
  • Senken oder Mulden: Hier kann sich Staunässe bilden.
  • Vollsonnige Plätze: Der Kompost trocknet zu schnell aus.
  • Schattige Nordecken: Die Temperaturen bleiben zu niedrig für eine effektive Zersetzung.
  • Brunnen oder Gewässer: Halten Sie einen Mindestabstand von 15 m ein.
  • Enge oder schlecht belüftete Bereiche: Hier fehlt es an ausreichender Luftzirkulation.

Ein durchdachter Standort sorgt dafür, dass Ihr Kompost optimal arbeitet und keine Probleme verursacht.

Materialien richtig mischen

Materialien-Guide: Was passt, was nicht?

Hier finden Sie eine Übersicht der wichtigsten Materialien:

Material-Kategorie Geeignet Nicht geeignet
Küchenabfälle Obst- und Gemüsereste, Kaffeesatz, Teebeutel, Eierschalen Gekochte Speisen, Fleisch, Fisch, Milchprodukte
Gartenabfälle Laub, Grasschnitt, Holzhäcksel, verblühte Pflanzen Kranke Pflanzen, Wurzelunkräuter
Sonstige Materialien Unbehandeltes Papier, Stroh, Sägemehl Kunststoffe, behandeltes Holz, Glas, Metall

Das richtige Verhältnis der Materialien ist entscheidend für eine gute Mischung.

Grün-Braun-Verhältnis

Für eine optimale Mischung kombinieren Sie 1 Teil grüne Materialien mit 2–3 Teilen brauner Materialien.

  • Grüne Materialien (1 Teil):
    • Frischer Rasenschnitt
    • Küchenabfälle
    • Kaffeesatz
    • Frische Pflanzenreste
  • Braune Materialien (2–3 Teile):
    • Trockenes Laub
    • Stroh
    • Holzhäcksel
    • Kartonage

Tipp: Im Herbst braune Materialien sammeln und trocken lagern – so haben Sie immer genug zur Hand.

Starten Sie mit einer 10–15 cm dicken Schicht brauner Materialien als Basis. Darauf folgt eine 5 cm dünne Schicht grüner Materialien. Wiederholen Sie diesen Schichtaufbau.

Zerkleinern Sie größere Stücke auf etwa 5 cm, um die Zersetzung zu beschleunigen. Ein ausgewogenes Mischverhältnis sorgt für eine effektive Kompostierung.

Wasser und Luft im Gleichgewicht

Feuchtigkeit prüfen und anpassen

Ein Feuchtigkeitsgehalt zwischen 40 und 60 % ist ideal. Mit der Faustprobe können Sie den Zustand Ihres Materials schnell überprüfen: Zerfällt es in der Hand, ist es zu trocken. Bleibt es wie ein ausgedrückter Schwamm zusammen, ist die Feuchtigkeit perfekt. Tritt Wasser aus, ist es zu nass.

So können Sie die Feuchtigkeit regulieren:

Problem Maßnahme
Zu trocken Besprühen Sie das Material mit Regenwasser oder abgestandenem Leitungswasser.
Zu nass Fügen Sie trockene, braune Materialien wie Stroh oder Holzhäcksel hinzu.
Staunässe Legen Sie eine Drainageschicht aus 10 cm Reisig als unterste Lage an.

Sobald die Feuchtigkeit passt, sollten Sie den Kompost gut durchmischen, um die weiteren Prozesse zu unterstützen.

Mischen und Umsetzen

Neben der Feuchtigkeit spielt auch die Luftzirkulation eine wichtige Rolle. Ein lockerer Aufbau sorgt für eine bessere Zersetzung.

Tipps für eine gute Durchlüftung:

  • Verwenden Sie 10–15 % strukturreiches Häckselgut, um den Kompost aufzulockern.
  • Schichten Sie das Material locker und ohne es festzutreten.
  • Achten Sie darauf, dass der Kompost nicht verdichtet wird.

Empfohlener Zeitplan für das Umsetzen:

  • In den ersten 6–8 Wochen alle 2–3 Wochen umsetzen.
  • Danach reicht ein monatliches Umsetzen.
  • Mischen Sie äußere Schichten mit dem inneren Material, um eine gleichmäßige Zersetzung zu fördern.

Besonders verdichtete Bereiche sollten Sie auflockern und mischen, am besten am frühen Vormittag, um optimale Bedingungen zu schaffen.

Guter Kompost lässt sich an diesen Merkmalen erkennen:

  • Er hat einen erdigen, angenehmen Geruch.
  • Seine Struktur ist locker und krümelig.
  • Der Verrottungsprozess ist gleichmäßig.

Größe und Temperaturkontrolle

Die richtigen Maße für Ihren Haufen

Die Größe des Komposthaufens spielt eine wichtige Rolle für eine effektive Zersetzung.

Dimension Empfohlene Maße Mindestgröße
Höhe 1,20 m 0,80 m
Breite 1,50 m 1,00 m
Länge flexibel 1,00 m

Diese Maße sorgen für:

  • Genügend Masse, damit sich der Haufen selbst erwärmt
  • Gute Belüftung im gesamten Material
  • Eine effiziente Zersetzung der organischen Stoffe

Achten Sie darauf, den Haufen nicht höher als 1,50 m zu stapeln, um eine übermäßige Verdichtung zu vermeiden.

Während die Maße die Grundlage schaffen, liefert die Temperatur wichtige Hinweise auf den Fortschritt der Zersetzung.

Temperatur im Blick behalten

Nach dem Aufbau des Haufens ist die Überwachung der Temperatur entscheidend, um die Aktivität des Komposts zu beurteilen.

Messen Sie die Temperatur an verschiedenen Stellen:

  • Kernbereich: Etwa 15–20 cm unter der Oberfläche
  • Randbereiche: An mindestens drei unterschiedlichen Punkten

Die idealen Temperaturbereiche je Phase sind:

Phase Temperatur Dauer
Startphase 20–25 °C 2–3 Tage
Hauptphase 50–65 °C 2–3 Wochen
Abkühlphase 30–45 °C 3–4 Wochen
Reifephase Umgebungstemperatur Ab der 8. Woche

Was tun bei Abweichungen?

  • Zu niedrige Temperatur: Fügen Sie mehr stickstoffreichen Rasenschnitt hinzu, überprüfen Sie die Feuchtigkeit (40–60 % sollte ideal sein) oder setzen Sie den Haufen um.
  • Über 70 °C: Lüften Sie den Haufen, mischen Sie mehr strukturreiches Material ein (z. B. Zweige oder Stroh) und reduzieren Sie stickstoffreiche Bestandteile.

Tipp aus der Praxis: Nutzen Sie ein Kompost-Thermometer mit einer Länge von mindestens 40 cm. Messen Sie immer zur gleichen Tageszeit, am besten morgens, um vergleichbare Ergebnisse zu erhalten.

Nächste Schritte: Legen Sie los

Nachdem Sie die Grundlagen kennen, ist es Zeit, ins Handeln zu kommen.

Wichtige Faktoren für den Erfolg

Aspekt Optimale Bedingungen Zu vermeiden
Standort Halbschattig, mit guter Drainage Direktes Sonnenlicht, Staunässe
Grundmaße Mindestens 1,00 m × 1,00 m × 0,80 m Kleinere Maße
Materialverhältnis 2:1 (braun:grün) Zu viel feuchtes Material
Feuchtigkeit 40–60 % Unter 30 % oder über 70 %
Temperatur 20–65 °C, je nach Phase Über 70 °C

Halten Sie sich an diese Vorgaben, um einen reibungslosen Start zu gewährleisten.

Noch heute loslegen

Nutzen Sie das Gelernte und vermeiden Sie häufige Fehler:

  • Standort vorbereiten: Richten Sie einen mindestens 1,20 m × 1,50 m großen, stein- und wurzelfreien Bereich ein. Lockern Sie den Boden und legen Sie eine 5 cm dicke Schicht aus groben Zweigen als Belüftungsschicht an.
  • Erste Schichtung: Beginnen Sie mit 15 cm grobem Material als Basis. Darauf folgen 2 Teile trockenes Laub oder Stroh und 1 Teil Grasschnitt. Eine Handvoll fertigen Kompost können Sie hinzufügen, um den Prozess zu starten.
  • Regelmäßige Kontrolle: Prüfen Sie in den ersten zwei Wochen täglich die Temperatur, Feuchtigkeit (mit der Faustprobe) und den Geruch.

Tipp: Führen Sie ein Komposttagebuch über acht Wochen. Notieren Sie tägliche Messungen, um den Prozess besser zu verfolgen und gegebenenfalls rechtzeitig Anpassungen vorzunehmen.

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